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Der Skabiosen-Scheckenfalter – Euphydryas aurinia (Rottemburg, 1775)

ist ein Insekt aus der Ordnung der Schuppenflügler (Lepidoptera) und aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Auf Deutsch sind auch Goldener Scheckenfalter oder Abbiss-Scheckenfalter gebräuchlich. Seine Flugzeit erstreckt sich, in einer Generation, von Mitte Mai bis Anfang Juli. Die männlichen Falter besiedeln die Territorien entlang von Waldrändern und Strauchgruppen, welche sie dann gegen Rivalen verteidigen, während sie auf die Ankunft der Weibchen warten. Die Lebenserwartung des adulten Tiers liegt etwa bei drei Wochen.

In der Wallonie werden Populationen in unterschiedlichen Lebensräumen gefunden geprägt sind diese durch einen offenen und meist mageren bzw. nährstoffarmen Charakter: Kahlschläge und breite Forstwege, Kalkmagerrasen und auch Feuchtwiesen, Niedermoore und Borstgrasrasen als auch Bergmähwiesen werden besiedelt. Die Art stellt hohe Anforderungen an die Qualität und den Erhaltungszustand dieser Lebensräume, die durch zahlreiche und dichte Bestände der Futterpflanzen, eine große Vielfalt an Nektarpflanzen während der Flugzeit und einschließlich Baumgruppen, Waldränder und Strauchgruppen gekennzeichnet sind.


Der Skabiosen-Scheckenfalter ist als Imago durch folgende Merkmale zu identifizieren:
Der Schmetterling hat eine Flägelspannweite von ca. 35-38 mm. Die Grundfarbe ist ein kontrastreiches orange, geschmückt mit schwarzem Muster, das sich auf dem gesamten Flügel zeigt. Auf den Rückseiten der beiden Hinterflügel befinden sich die charakteristischen schwarzen Punkte, die in einem orangen Streifen angeordnet sind. Größe und Färbung schwanken von einem Tier zum anderen. Die Unterscheidung zwischen männlicher und weiblicher Imago geschieht hauptsächlich durch die Betrachtung des Unterleibs (grösser beim Weibchen) und unter Berücksichtigung des Schlüpfzeitpunktes (die Männchen schlüpfen zuerst).
Ausschlaggebend für die Reproduktion des Skabiosen–Scheckenfalters ist die Präsenz vom Teufelsabbiss (Succisa pratensis) in den feuchteren und Ackerwitwenblume (Knautia arvensis) für die trockeneren Gebieten, denn an der Unterseite dieser Blätter werden die Eier in Haufen von 50 bis 600 Stück, in sogenannte Eispiegel abgelegt. Sie sind zu Beginn gelb, dann von einem schönen dunkelrosa bevor sie sich kurz vorm Schlüpfen bräunlich färben. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 4 Wochen.
Nach dem Ausschlüpfen leben die Raupen während ihrer ersten Lebenszeit in Gruppen, indem sie ein Gruppengespinst aus Seide um oder in Nähe einer Nahrungspflanze bilden. Das Nest befindet sich mindestens 20 cm über dem Boden. Dort verbringen die Raupen den Winter. Die Raupen sind schwarz (bräunlich im ersten Larvalstadium), behaart und besitzen schwarz behaarte Rückenfortsätze. Die Raupe ist mit großen weißen Flecken auf dem Rücken gezeichnet.
Die Puppe ist weißlich mit schwarzen Punkten. Sie ist nackt und hängt an Pflanzenstielen.

Dieser sehr seltene Schmetterling ist in Anhang 2a des Dekrets der wallonischen Regierung vom 6. Dezember 2001 zur Änderung des Gesetzes vom 12. Juli 1973 über den Naturschutz erwähnt, in dem es heißt (Artikel 2), dass diese Art vollständig geschützt ist (bedrohte Arten in Wallonien). In der Wallonie gehört der Skabiosen-Scheckenfalter zu den 13 Arten die vom Aussterben bedrohten sind. Des Weiteren ist diese Art im Anhang II & IV der FFH-Richtlinie aufgeführt.
Das Arbeitsgebiet umfasst eine der sechs Populationen dieser Art, die in Belgien noch vorhanden sind. Diese wurde erst kürzlich im Jahr 2014 mit etwa dreißig Exemplare entdeckt.

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