Der Borstgrasrasen 6230*

Borstgrasrasen präsentieren sich, wie der Name schon suggeriert, mit einer relativ kurzen rasenartigen Vegetation mit bestimmten Gräsern und Kräutern. Die kurze Vegetation ist der mageren Nährstoffversorgung geschuldet. Der Name Borstgrasrasen geht auf das genügsame Gras, dem Borstgras (Nardus stricta) zurück. Dieses Gras ist ein Süßgras, dass wegen seiner derben Blätter vom Weidevieh verschmäht wird und sich somit auf den Flächen ausbreiten kann. Bis vor einigen Jahrzenten prägten Borstgrasrasen das Landschaftsbild auf bodensauren Standorten in den Mittelgebirgen Mitteleuropas. Dieser Lebensraum ist durch die Nutzung als Rinderhutung, Schafttriften und Mahdwiesen entstanden. Heutzutage ist eine regelmäßige Nutzung dieser Gebiete aus grünlandwirtschaftlicher Sicht nicht mehr interessant. Viele dieser Flächen fielen entweder der Nutzungsaufge, also Brachfallen und Verbuschung, oder der Intensivierung, also Aufforstung und Dünung, zum Opfer. Um Borstgrasrasen langfristig erhalten zu können muss die Bewirtschaftung auf diesen Lebensraum abgestimmt sein, hierfür wäre die Wanderschäferei geeignet, die in unserer heutigen Zeit und in unserer Region technisch nicht durchzuführen ist, da die Flächen zu weit voneinander entfernt sind und in sich zu kleine Fläche bilden. Aus diesem Grunde wird eine sehr extensive Beweidung oder Mahd mit Export des Mahdguts angestrebt.


In der Wallonie, abgesehen vom Militärlager Elsenborn, ist dieser Lebensraum nur noch vereinzelt und sehr fragmentiert zu finden und ist somit einer der am stärksten gefährdeten Lebensraumtypen. Der Lebensraumtyp Borstgrasrasen mit seinem Natura2000 Code 6230* ist ein prioritärer Lebensraum von gemeinschaftlichen Interesse. Im Projektgebiet Life Nardus sind von ca. 12.000 ha Fläche nur 25 ha mit diesem Lebensraumtyp bekannt (0,21% der Gesamtfläche).

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